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Blutungsstörungen
 Beschwerden, Ursachen und Behandlung

Dr. Tom Philipp ,Facharzt Gynäkologie und Geburtshilfe

Als Zykluslänge bezeichnet man das Intervall zwischen zwei Monatsblutungen. Der erste Zyklustag (ZT) ist der erste Tag der Regelblutung. Der normale Zyklus dauert ungefähr 28 Tage.  Zyklusstörungen, die von diesen Regelmässigkeiten stark abweichen, werden als Blutungsanomalien bezeichnet:
Bei der Amenorrhoe fehlt oder bleibt die menstruellen Blutung aus. Zyklus von mehr als 35 Tagen =Oligomenorrhoe. Zu schwache Blutungen werden als Hypomenorrhoe, zu starke als Hypermenorrhoe bezeichnet. Weiters werden unterschieden: Zu lang andauernde Blutungen (Menorrhagie) ,unregelmässig und nicht-zyklisch verlaufende Blutungen, die über mehr als 10 Tage andauern (Metrorrhagie), sowie schmerzhafte Blutungen (Dysmenorrhoe) .Ovulationblutungen sind Blutungen in der Zyklusmitte(verursacht durch einen vorübergehenden Östrogenabfall). Postmenopausenblutungen sind nach dem Wechsel wiederauftretende Blutungen.

Ursachen und Diagnostik

Erstes Ziel der Diagnostik bei Zyklusstörungen ist es, organische Ursachen auszuschliessen. Insbesondere bei Frauen über 35 kann eine bösartige Erkrankung Grund für die Blutungsstörung sein. 

Beispiele für organische Ursachen sind: gutartige Konten der Gebärmutter Myome(häufig Hypermenorrhoe und Menorraghien) Krebserkrankungen von Gebärmutterhals oder –körper(häufig Metrorraghien, insbesondere aber Postmenopausenblutung), Polypen der Gebärmutterschleimhaut(oft Metrorraghien), Endometriose(typisch sind Dysmenorrhoen), Entzündungen,  Hyperplasie des Endometriums (übermässiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut- verursachen oft Metrorrhagien oder Menorrhagien), Verklebungen der Gebärmutterhöhle(Asherman Syndrom- typisch Oligomenorrhoe-Amenorrhoe) und Schwangerschaften (Amnenorrhoe). Auch Komplikationen einer Frühschwangerschaft wie Fehlgeburt oder Eileiterschangerschaft können zu irregulären Blutungen führen.

Hormonelle Ursachen können unter anderem ein fehlender Eisprung (Anovulation), eine exzessive Produktion von Östrogenen ,ein Gelbkörperhormonmangel, eine Schilddrüsenerkrankungen oder ein zu hoher Spiegel von Prolaktin im Blut (Hyperprolaktinämie- oft bei Schilddrüsenunterfunktion) sein.

Die wichtigsten diagnostische Maßnahmen sind daher eine eingehende gynäkologische Untersuchung, ein Abstrich vom Gebärmutterhals und eine Ultraschalluntersuchung. Die Ultraschalluntersuchung erfolgt am besten nach der nächsten Regelblutung(Die Schleimhaut sollte zu diesem Zeitpunkt schmal –weil abgeblutet - sein. Eine Verdickung ist ein Hinweis auf eine Hyperplasie ,einen Polypen, ein Karzinom oder ein submuköses Myom.) Ergänzt werden diese Untersuchung durch einen Hormonstatus(oftmals seriell, da nur ein Hormonstatus nur eine Momentaufnahme darstellt). Bei Verdacht auf eine organische Ursache ist die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)die Methode der Wahl. Viele organische Ursachen(Myomen ,Polypen etc.) können hysteroskopisch auch gleich entfernt werden.

 

Univ. Doz. Dr. Tom Philipp - Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

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